HWN 55 Selkenfelde: Wüstung und Kirchenruine
📷 Selkirche von Benutzer:Hejkal / Hejkal in der Wikipedia auf Deutsch unter Lizenz CC BY-SA 3.0 de
Die Wüstung Selkenfelde liegt auf rund 495 Metern Höhe im Quellgebiet der Selke zwischen Stiege und dem ehemaligen Albrechtshaus. Urkundlich erscheint „Silicanvelth“ bereits im Umfeld einer Übertragung Kaiser Ottos I.; später wird Selkenfelde ausdrücklich als Dorf bezeichnet. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts bestand eine eigene Pfarrstelle. Weil ab dem 15. Jahrhundert keine weiteren Ortsnennungen bekannt sind, gilt die Siedlung um 1500 als verlassen.
Sichtbar sind heute keine vollständigen Dorfgebäude. Kirchenreste, Information und die Lage im Wald vermitteln den Ort. Deshalb sollte man das Bodendenkmal nicht betreten, um nach vermeintlichen Mauern zu graben oder Steine mitzunehmen.
Tourenplanung und Startpunkte
Als Start eignen sich Stiege oder geeignete, freigegebene Wanderzugänge im Bereich der B 242. Von Stiege lässt sich die Tour mit Abschnitten des Selketal-Stiegs verbinden; dieser beginnt am Bahnhof und führt durch die Selkelandschaft. Eine kürzere Planung orientiert sich an der offiziellen HWN-Position im Wald und der örtlichen Beschilderung Richtung Selkenfelde beziehungsweise Albrechtshaus.
Nordöstlich liegt die rekonstruierte Selkenfelder Schanze. Die Verteidigungsanlage entstand im Siebenjährigen Krieg 1760; der ausgeschilderte „Kanonenplatz“ ergänzt die Wanderung um einen zweiten Geschichtsort. Dabei nicht blind einer Autonavigation auf Forstwege folgen: Parkmöglichkeiten und aktuelle Wegführung vor Ort prüfen. Für die Orientierung lohnt es, Wüstung und Schanze schon vor dem Start als getrennte Zwischenziele in der Offlinekarte zu markieren.
Wegcharakter, Saison und Einkehr
Die Zugänge verlaufen überwiegend über Wald- und Wirtschaftswege, können aber je nach Start deutlich länger werden. Nässe, Forstarbeiten und mangelnder Mobilfunkempfang sind realistischer als technische Schwierigkeiten. Eine Offlinekarte, feste Schuhe und Zeitreserve sind sinnvoll. An der Wüstung gibt es weder Gastronomie noch verlässliche Trinkwasserquelle.
Einkehr und Versorgung plant man in Stiege oder Hasselfelde. Wer den Selketal-Stieg einbindet, sollte dessen Gesamtverlauf von 74 Kilometern nicht mit einer kurzen Ortsrunde verwechseln. Für eine Tagestour eignen sich nur ausgewählte Teilstücke.
Konkreter Tourencheck
Selkenfelde ist ein abgelegenes Geschichtsziel, bei dem eine Offlinekarte mehr Nutzen hat als die Erwartung auffälliger Ruinen. Vor dem Start werden Wüstung, Kirchenstelle und Selkenfelder Schanze als getrennte Punkte markiert. So lässt sich erkennen, ob die gewählte Runde tatsächlich beide Geschichtsorte berührt oder nur über einen gleichnamigen Forstweg führt. Vom Bahnhof Stiege ist zudem die Rückfahrzeit relevant, wenn ein Abschnitt des Selketal-Stiegs eingebaut wird.
Im Wald gibt es weder Wasser noch eine verlässliche Einkehr. Für die Tour gehören Getränke, Snack und genügend Tageslichtreserve ins Gepäck; bei Forstarbeiten wird auf ausgeschilderten Wegen ausgewichen. Die historischen Spuren erschließen sich am besten mit den Informationstafeln, nicht durch Suchen abseits des Weges. Wer mit Kindern unterwegs ist, kann die Geschichte der verlassenen Siedlung und der Schanze als zwei Etappen erzählen und dazwischen eine feste Rast einplanen.
Navigation zum Stempelkasten
Unter diesem 📍 Link ist die Stempelstelle der Harzer Wandernadel in Google Maps zu finden.