HWN 204 Selkesicht: Aussicht an der Ackeburg
📷 Selkesicht von Thomas Binder / B.Thomas95 unter Lizenz CC BY-SA 4.0
Die Selkesicht (HWN 204) liegt am rund 333 Meter hohen Bergsporn der Ackeburg und gehört zu den schönsten Aussichtspunkten im Harz. Von einem Felsvorsprung oberhalb des Selketals öffnet sich der Blick auf die gegenüberliegende Burg Falkenstein (HWN 200). Die Stempelstelle 204 wurde 2021 zur schönsten Stempelstelle des Jahres gewählt.
Geschichte der Ackeburg
Die Ackeburg, auch als Ackenburg bekannt, wurde erstmals 1216 im Umfeld der Grafen von Falkenstein erwähnt. Bereits im 14. Jahrhundert war sie offenbar aufgegeben. Haupt- und Vorburg, Gräben und Wälle lassen sich heute nur noch als Geländeformen lesen. Die oft genannte Breite der Kernanlage ist eine archäologische Rekonstruktion, keine erhaltene Mauerfront.
Gerade deshalb wird auf dem Burgstall nicht gegraben, geklettert oder nach „Fundstücken“ gesucht. Wurzeln, Laub und lockeres Gestein verdecken Unebenheiten. Der Aussichtspunkt liegt im Naturschutzgebiet; markierte Wege schützen sowohl die Vegetation als auch die archäologischen Spuren.
Wanderwege zur Selkesicht
Die Selkesicht kann auf verschiedenen Wegen erreicht werden:
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Von Ballenstedt: Start am Wanderparkplatz „Am Kohlenschacht“. Über die Wege „Alter Kohlenschacht“ (HWN 180), „Falkenweg“ und „Meisdorfer Trift“ führt die Route direkt zur Ackeburg.
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Vom Selketal: Ein kürzerer, aber steiler Anstieg beginnt am Gasthaus „Zum Falken“. Der Rückweg kann über die „Schutzhütte am Mettenberg“ (HWN 203) eingeschlagen werden.
Der Zugang aus dem Tal ist zwar kürzer, gewinnt seine Höhenmeter jedoch auf engem Raum. Nach Regen und unter nassem Herbstlaub ist er deutlich schwieriger. Die Variante ab „Am Kohlenschacht“ ist länger, verteilt den Anstieg aber besser und bindet HWN 180 Alter Kohlenschacht ein.
Aussicht und Tourenplanung
Der Blick zur Burg Falkenstein ist das Hauptmotiv der Selkesicht. Gute Fernsicht gibt es eher bei klarer, trockener Luft; belaubte Bäume können den Bildausschnitt verändern. Der Felsvorsprung besitzt natürliche Absturzkanten. Selfies, Drohnenstarts oder das Überschreiten von Geländern rechtfertigen kein Risiko.
An der Stempelstelle gibt es keine Bewirtschaftung. Das Gasthaus im Tal und Einrichtungen rund um Burg Falkenstein können saisonale Öffnungszeiten oder Ruhetage haben. Wasser und Proviant werden unabhängig von einer geplanten Einkehr mitgeführt. Für Hunde sind Leine, Zeckenschutz und eine Kontrolle nach der Tour sinnvoll.
Wer HWN 203 und HWN 204 verbindet, steigt aus dem Selketal zur Aussicht auf und anschließend wieder ab. Für Burg Falkenstein (HWN 200) kommt ein weiterer Gegenanstieg hinzu. Diese Kombination ist eine ausgewachsene Tagestour und kein kurzer Stempelsprung. Bei wenig Zeit bleibt man auf einer Talseite.
Die Auszeichnung als besonders schöne Stempelstelle im Jahr 2021 erklärt die Beliebtheit des Ortes, garantiert aber weder freie Sicht noch einen leeren Rastplatz. Rücksicht, leise Pausen und das Mitnehmen aller Abfälle erhalten die Qualität des Aussichtspunkts.
Tipp: Morgen- und Abendlicht können die Burg besonders plastisch zeigen. Der Rückweg wird dann nur mit genügend Tageslicht oder verlässlicher Beleuchtung begonnen.
Anfahrt
Unter diesem 📍 Link ist die Stempelstelle der Harzer Wandernadel in Google Maps zu finden. Navigiert wird zum Waldziel; für das Auto wird ein legaler Ausgangspunkt gewählt.
Stempel in der Nähe
- „Alter Kohlenschacht“ (HWN 180)
- „Forstmeister Tannen“ (HWN 181)
- „Schirm“ (HWN 182)
- „Burgruine Anhalt“ (HWN 197)
- „Bismarckturm“ (HWN 199)