HWN 81 Sandhöhlen im Heers: Rundwege und Tipps

HWN 81 Sandhöhlen im Heers: Rundwege und Tipps

📷 Sandhöhlen im Heers von Hejkal unter Lizenz CC BY-SA 3.0 de

Die Sandhöhlen im Heers wirken zwischen Kiefern, hellem Sand und mächtigen Felsblöcken beinahe wie ein kleiner Strand im Wald. HWN 81 steht auf einer großen Lichtung unterhalb des Regensteins. Der Ort wird in Blankenburg traditionell „Sandhutsche“ genannt; mitten im Areal liegt der Dedingstein. Anders als eine Tropfsteinhöhle ist dies kein unterirdisches Schauhöhlensystem, sondern ein frei zugängliches Ensemble aus weichem Sandstein und von Menschen erweiterten Hohlräumen.

Das Ziel eignet sich besonders für Familien, verlangt aber einen behutsamen Umgang. Der Sandstein erodiert sichtbar. Klettern an brüchigen Kanten, Einritzen von Namen oder weiteres Aushöhlen beschleunigen den Verlust der Formen und sind keine harmlose Spielerei. Die offizielle Tourismusseite der Stadt bittet ausdrücklich darum, das Gestein nicht weiter zu bearbeiten.

Warum hier Sand und Höhlen entstanden

Das Gestein ist nach Angaben der Stadt Blankenburg rund 83 Millionen Jahre alt und wird als Heidelberg-Sandstein bezeichnet. Es entstand in der Oberkreide in einem flachen Meer. Die heutigen Hohlräume sind jedoch überwiegend menschengemacht: Der leicht zu lösende Sand wurde über lange Zeit als Scheuer- und Stubensand gewonnen. Wind, Frost und Regen formen die Felsen anschließend weiter. Alte und neue Fotografien zeigen, wie schnell einzelne Konturen verschwinden und der Sandboden anwächst.

Gerade diese Kombination aus Erdgeschichte und Nutzungsgeschichte macht HWN 81 gehaltvoller als einen reinen Fotostopp. Die hellen Felsen, der lockere Kiefernwald und die Geräuschkulisse unterscheiden sich deutlich von den dunkleren Bergwäldern des Oberharzes. 2009 wählten Sammler der Harzer Wandernadel den Platz zur schönsten Stempelstelle des Jahres.

Start am Regenstein und zwei offizielle Runden

Ein sinnvoller Ausgangspunkt ist der Besucherparkplatz unterhalb von Burg und Festung Regenstein. Von dort folgt man der örtlichen Ausschilderung in den Heers. Die Stadt Blankenburg beschreibt zwei markierte Varianten, die alle drei Stempelziele des Gebietes verbinden: Der kleine Rundweg Nummer 7 misst 4,7 Kilometer und ist als leicht eingestuft; der große Rundweg Nummer 6 umfasst 9,5 Kilometer und wird als mittelschwer angegeben.

Beide Varianten kombinieren HWN 81 mit der Regensteinmühle und Burg Regenstein. Wer die kostenpflichtige Burg besuchen möchte, legt sie am besten in deren Öffnungszeit. Nur für die frei zugänglichen Sandhöhlen und die Mühle muss kein Burgticket gekauft werden. Der Kiefernwald bietet Schatten, die Lichtung selbst ist an warmen Tagen jedoch sonnig.

Untergrund, Kinderwagen und Jahreszeit

Breite Abschnitte sind familienfreundlich, doch loser Sand, Wurzeln und zeitweilige Forstspuren erschweren Räder und schmale Kinderwagen. Die Stadt meldete für den ausgewiesenen Kinderwagenweg zuletzt Beeinträchtigungen durch Wegearbeiten; ein geländegängiges Modell ist deshalb die bessere Wahl. Nach Regen bleibt der Sand teilweise weich, bei Trockenheit staubt er. Festes Schuhwerk ist für die Kombination mit Burg und Mühle sinnvoll.

Auf der Lichtung gibt es keine verlässlich geöffnete Einkehr. Getränke, Snack und ein Beutel für eigenen Müll gehören daher in den Rucksack. Offenes Feuer passt wegen des trockenen Kiefernwaldes grundsätzlich nicht zu diesem Ausflug.

Stempel in der Nähe

Anfahrt zur Stempelstelle

Die Zielkoordinaten führen zum Stempelkasten, nicht automatisch zu einem legalen Parkplatz. Über diesen 📍 Google-Maps-Link lässt sich HWN 81 öffnen.

Auf einem Smartphone kann auch der 🗺️ Geo-Link in einer Karten-App geöffnet werden.

Quellen und weiterführende Informationen

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