HWN 85 Wasserkunst Thumkuhlental: Bergbaurunde
📷 Thumkuhlental von Benutzer:Hejkal unter Lizenz CC BY-SA 2.0 de
Die Wasserkunst im Thumkuhlental macht historische Bergbautechnik im Gelände sichtbar. HWN 85 steht an einer rekonstruierten Anlage mit Wasserrad, Feldgestänge und Pumpenturm südwestlich von Wernigerode-Hasserode. Statt eines einzelnen Denkmals wartet hier ein naturkundlich-geologischer Lehrpfad: Stollenmundlöcher, Halden, Gesteinsaufschlüsse und Tafeln erklären, wie eng Erzsuche, Wasserwirtschaft und Waldnutzung zusammenhingen.
Der Platz ist frei zugänglich, aber kein Spielgerät. Bewegliche beziehungsweise hölzerne Bauteile, Gräben und feuchte Bachränder verlangen Abstand. Die historischen Stollen dürfen nicht betreten werden. Nach Starkregen kann das schmale Tal matschig sein; bei Sturm sollte wegen der bewaldeten Hänge auf einen Besuch verzichtet werden.
Bergbau und Wasserhebung
Im Hasseröder Revier wurden über Jahrhunderte unter anderem Kobalt-, Kupfer-, Blei- und Silbererze gesucht. Der UNESCO-Geopark beschreibt den Abbau von Kobalterz in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und die Zerstörung früherer Anlagen durch ein Hochwasser Ende des 18. Jahrhunderts. Eine Wasserkunst übertrug die Kraft eines Wasserrades über Gestänge zu Pumpen, die Grubenwasser hoben. Die heutige Demonstrationsanlage zeigt dieses Prinzip anschaulich.
Im 20. Jahrhundert suchte die Wismut im Revier nach Uran. Eine wirtschaftliche Uranvererzung wurde in der Grube „Aufgeklärtes Glück“ nicht nachgewiesen. Der Lehrpfad verbindet damit frühneuzeitlichen Erzbergbau, moderne Prospektion und die Geologie des Harznordrandes.
Start am Lossen-Denkmal
Ein geeigneter Ausgangspunkt ist der Waldparkplatz oberhalb des Lossen-Denkmals an der Straße von Hasserode nach Drei Annen Hohne. Das 1896 errichtete Denkmal erinnert an den Geologen Karl August Lossen. Sein Obelisk besteht aus Granit der Leistenklippen; am Sockel sind weitere Harzgesteine versammelt. Vom Parkplatz folgt man dem Bach „Braunes Wasser“ und den Lehrpfadmarkierungen talaufwärts zur Wasserkunst.
Eine offizielle geführte Geotopwanderung der Stadt Wernigerode beschrieb für den erweiterten Weg etwa fünf Kilometer und rund 250 Höhenmeter. Für den direkten Stempelzustieg fällt die Strecke kürzer aus; wer den Lehrpfad vollständig erleben möchte, plant die längere Runde. Befestigte Forstwege wechseln mit feuchten, wurzeligen Passagen. Die korrigierten Zielkoordinaten lauten 51.808239, 10.726790.
Ausrüstung und Kombinationen
Im schattigen Tal bleibt es länger kühl und feucht. Griffige Schuhe sind ganzjährig sinnvoll, im Winter können Bachnähe und Holzbauteile vereisen. Mobilfunkempfang ist nicht überall sicher; Karte oder Offline-Navigation helfen an Abzweigen. Eine bewirtschaftete Einkehr direkt an HWN 85 gibt es nicht.
Ohne Auto lässt sich die Tour schon in Hasserode beginnen. Der Geopark nennt den Bahnhof beziehungsweise Haltepunkt Steinerne Renne als möglichen Zugang zum Lehrpfad. Dadurch wird die Wanderung länger, erschließt aber zusätzliche Tafeln und vermeidet den kleinen Waldparkplatz. Der Fahrplan der Harzer Schmalspurbahnen wird vorher separat geprüft.
Für eine größere Wanderung lässt sich das Tal in Richtung Ottofelsen, Steinerne Renne oder Mönchsbuche erweitern. Diese Ziele liegen deutlich höher und machen aus dem kurzen Lehrpfadbesuch eine Bergtour. Vorher sollten aktuelle Forsthinweise und die Defektmeldungen der Harzer Wandernadel geprüft werden.
Stempel in der Nähe
Anfahrt zur Stempelstelle
Die Zielkoordinaten führen zum Stempelkasten, nicht automatisch zu einem legalen Parkplatz. Über diesen 📍 Google-Maps-Link lässt sich HWN 85 öffnen.