HWN 87 Volkmarskeller: Höhlenkirche im Klostergrund

HWN 87 Volkmarskeller: Höhlenkirche im Klostergrund

📷 Volkmarskeller Cave 2 von Bermicourt unter Lizenz CC BY-SA 3.0

Der Volkmarskeller ist eine kleine Karsthöhle oberhalb des Klostergrundes westlich von Blankenburg. HWN 87 steht nicht unmittelbar im Höhleneingang, sondern am Wanderweg neben einer Informationstafel. Von dort führt ein schmaler Pfad etwa 30 Meter zur Höhle. Diese Trennung ist wichtig: Wer nur stempelt, muss den kurzen, steileren Abstecher nicht gehen; wer die ehemalige Höhlenkirche ansehen möchte, braucht Trittsicherheit und Rücksicht auf den empfindlichen Ort.

Die Höhle ist frei zugänglich, aber weder beleuchtet noch als Schauhöhle ausgebaut. Eine Taschenlampe hilft, ersetzt jedoch keine sichere Ausrüstung. Nach Regen sind Fels und Laub glatt. Fledermäuse und andere Tiere dürfen nicht gestört werden; Feuer, Kerzen und das Beklettern der Wände passen nicht zu einem geschützten Natur- und Kulturdenkmal.

Einsiedler, Kloster und Ausgrabung

Eine Überlieferung verbindet den Ort mit einem Einsiedler namens Volkmar um das Jahr 950. Im 12. Jahrhundert errichteten Zisterzienser oberhalb der Höhle einen frühen Klosterstandort und gestalteten den Hohlraum zur Kirche um. Das Kloster wurde später an seinen heutigen Platz am Eingang des Klostergrundes verlegt. Der Volkmarskeller bleibt damit ein wichtiger Vorläufer der Geschichte Michaelsteins.

Bei Ausgrabungen durch Baurat Brinkmann von 1884 bis 1887 wurden Mörtelputz, ein gemauerter Altarsockel und menschliche Skelette gefunden. Am südlichen Eingang erinnern eingehauene Weihekreuze und eine Felsnische an die sakrale Nutzung. Besucher sollten diese Spuren nur betrachten und keinesfalls nachziehen, reinigen oder berühren.

Wanderung ab Kloster Michaelstein

Der klassische Start liegt am Parkplatz des Klosters Michaelstein. Zunächst führt der Weg zum dritten Klosterteich, an dem HWN 59 steht. Von dort folgt man der Ausschilderung weiter durch den Klostergrund. Unterwegs passiert die Route ein Denkmal für Bergleute der Grube Volkmar, die 1893 bei einer Sprengstoffexplosion ums Leben kamen. Bis zum Volkmarskeller sind es laut Harzer Wandernadel insgesamt ungefähr vier Kilometer vom Kloster.

Damit entsteht eine lohnende Hin-und-zurück-Tour, die Wald, Teiche, Bergbau- und Klostergeschichte verbindet. Forstwege wechseln mit schmaleren Abschnitten. Im Tal kann es feucht und kühl bleiben; im Herbst verdeckt Laub Wurzeln und Steine. Ein Kinderwagen ist spätestens am Höhlenpfad keine passende Wahl.

Praktische Planung

Das Kloster Michaelstein bietet je nach Öffnung Museum und Gastronomie, doch beides sollte separat geprüft werden. Am Volkmarskeller selbst gibt es weder Einkehr noch Toilette. Wasser und Proviant gehören in den Rucksack. Für den Rückweg bleibt man auf der markierten Route, statt unklare Forstspuren abzukürzen.

Im Frühjahr können die Talwege nach längeren Regenphasen aufgeweicht sein. Im Sommer bleibt der Klostergrund angenehm schattig, während es im Herbst früh dämmert. Gerade dann ist eine Lampe sinnvoll, denn im dichten Wald wird es deutlich früher dunkel als auf den offenen Höhen am Harzrand.

Wer weiterwandern möchte, kann die Tour in Richtung Rübeland oder zur Otto-Ebert-Brücke verlängern. Das wird deutlich anspruchsvoller als der Besuch ab Michaelstein. Vor allem bei kurzen Wintertagen sollte die Umkehrzeit feststehen.

Stempel in der Nähe

Anfahrt zur Stempelstelle

Die Zielkoordinaten führen zum Stempelkasten, nicht automatisch zu einem legalen Parkplatz. Über diesen 📍 Google-Maps-Link lässt sich HWN 87 öffnen.

Auf einem Smartphone kann auch der 🗺️ Geo-Link in einer Karten-App geöffnet werden.

Quellen und weiterführende Informationen

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