HWN 103 Luchsstein: Denkmal und Waldtour
📷 Luchsstein von Hejkal unter Lizenz CC BY-SA 2.0
Der Luchsstein nordwestlich von Lautenthal erinnert an ein Ereignis vom 17. März 1818: Nach damaliger Überlieferung wurde hier der letzte frei lebende Luchs des Harzes erlegt. HWN 103 macht den Ort zu einem Ziel, dessen Bedeutung sich stark verändert hat. Was im 19. Jahrhundert als erfolgreiche Jagd gefeiert wurde, wird heute vor dem Hintergrund von Artenschutz und der Rückkehr des Luchses anders bewertet.
Der Gedenkstein wurde 1893 errichtet. In den 1970er Jahren versetzte man ihn von der vermuteten Abschussstelle an den nahen Forstweg. Die heutigen Koordinaten markieren also den zugänglichen Denkmalstandort, nicht mit archäologischer Genauigkeit den Ort des Schusses.
Die Jagd von 1818
Der offiziellen Stempelseite zufolge ging dem Ereignis eine elftägige Jagd in zwei Etappen voraus. Rund 100 Treiber und 80 Jäger waren beteiligt. Nachdem das Tier zunächst entkommen war, entdeckte die Jagdgesellschaft Wochen später erneut Spuren im Schnee. Der reitende Förster Spellerberg erlegte schließlich den aufgescheuchten Luchs.
Diese Zahlen zeigen, wie gezielt große Beutegreifer verfolgt wurden. Das heutige Luchsprojekt im Nationalpark Harz verfolgt den entgegengesetzten Ansatz: Seit der Wiederansiedlung werden Tiere beobachtet und ihre Ausbreitung wissenschaftlich begleitet. Eine Sichtung am Luchsstein ist dennoch unwahrscheinlich und darf nie durch Verlassen der Wege erzwungen werden.
Luchse meiden Menschen normalerweise und brauchen großräumige, ruhige Lebensräume. Hunde bleiben deshalb auf den vorgeschriebenen Wegen und unter Kontrolle. Spuren, Wildkameras oder mögliche Risse werden nicht berührt; Beobachtungen können mit genauer Zeit und Position an Fachstellen gemeldet werden, ohne den Ort öffentlich zu bewerben.
Zugang vom Sternplatz
Als Start empfiehlt die Harzer Wandernadel den Parkplatz Sternplatz zwischen Lautenthal und Seesen. Ein breiter, beschilderter Forstweg führt zum Stein. Die Strecke ist ohne technische Kletterstellen, aber länger als ein kurzer Denkmalspaziergang. Nässe, Forstarbeiten und Schnee beeinflussen den Zustand.
Auf gleichförmigen Waldwegen ist eine Offline-Karte sinnvoll. Mobilfunk kann ausfallen. Im Winter gehören Lampe und Zeitreserve dazu, weil es unter dichtem Baumbestand früh dunkel wird. Jagd- und Forstsperrungen werden strikt respektiert.
Runde mit Lageswarte und Tränkebachhütte
HWN 103 lässt sich gut mit der Lageswarte (HWN 102) und der Tränkebachhütte (HWN 104) kombinieren. Daraus entsteht eine gehaltvolle Waldtour zwischen historischer Wegeführung, Luchsgeschichte und Steinway Trail. Eine aktuelle Harzinfo-Wanderung verbindet Luchsstein und Tränkebach auf einer längeren Runde von Seesen aus.
Direkt am Denkmal gibt es keine Einkehr. Wasser und Proviant gehören mit. Der Gedenkstein wird nicht beklettert oder mit Farbe nachgezogen. Wer mit Kindern unterwegs ist, kann die unterschiedliche Sicht auf den Luchs damals und heute gut zum Thema machen.
Der Stein selbst steht nah am Forstweg und ist leichter zugänglich als der ursprüngliche Jagdort. Das sollte nicht zu einer Suche im Unterholz verleiten. Der heutige Denkmalstandort ist die offizielle Stempeladresse und bewahrt zugleich sensible Waldflächen vor zusätzlichem Trampelverkehr.
Stempel in der Nähe
Anfahrt zur Stempelstelle
Die Zielkoordinaten führen zum Stempelkasten, nicht automatisch zu einem legalen Parkplatz. Über diesen 📍 Google-Maps-Link lässt sich HWN 103 öffnen.