HWN 105 Prinzenlaube: Steiler Weg aus Wildemann
📷 Prinzenlaube von Thomas Binder unter Lizenz CC BY-SA 4.0
Die Prinzenlaube steht auf der Ernst-August-Höhe über der Bergstadt Wildemann. HWN 105 liegt auf rund 558 Metern und wird klassisch über den steilen Ernst-August-Stieg erreicht. Die heutige Schutzhütte erinnert in ihrer Form an eine Köte, also eine einfache Unterkunft der Köhler. Sie ist Rastplatz und historischer Erinnerungsort, keine bewirtschaftete Baude.
Der kurze Aufstieg wirkt auf der Karte harmlos, gewinnt aber rasch Höhe. Bei Nässe, Laub oder Eis braucht es griffige Schuhe und im Abstieg Konzentration. Wer Knieprobleme hat, wählt anhand einer aktuellen Karte eine längere, flachere Alternative über Forstwege.
Königliche Besuche als Namensgeber
Die Geschichte beginnt mit einem Besuch im November 1814. Prinz Adolph Friedrich, Herzog von Cambridge und Sohn des britischen Königs, soll an dem Aussichtspunkt gerastet haben. Daraus entwickelte sich die Bezeichnung Prinzenlaube. 1839 besuchte König Ernst August von Hannover Wildemann; der Höhenzug erhielt in diesem Zusammenhang den Namen Ernst-August-Höhe.
Die heute sichtbare Hütte ist keine unverändert erhaltene königliche Laube von 1814. Sie führt die Erinnerungstradition in regionaler Bauform fort. Das macht den Platz anschaulich, sollte aber nicht mit einem originalen höfischen Gebäude verwechselt werden.
Der Begriff „Köte“ verweist auf die Arbeitswelt der Köhler, deren einfache Hütten Schutz und Unterkunft boten. Die Gestaltung schlägt damit eine Brücke zwischen höfischer Erinnerung und regionaler Waldarbeit. Informationstafeln am Weg helfen, diese Ebenen auseinanderzuhalten.
Aufstieg über den Ernst-August-Stieg
Die Tourist-Information Oberharz beschreibt die Route von Wildemann über den Ernst-August-Stieg ausdrücklich als steil. Ausgangspunkte liegen im Ort; geparkt wird auf regulären Flächen, nicht an schmalen Zufahrten zum Hang. Von Bushaltestellen in Wildemann lässt sich die Tour ebenfalls beginnen.
Der Pfad führt durch Wald und über natürliche Stufen. Nach Starkregen können Rinnen ausgespült sein. Wanderstöcke helfen im Abstieg, sind aber kein Ersatz für feste Schuhe. Kinder mit Bergerfahrung schaffen den Weg, kleinere Kinder benötigen an steilen Passagen unmittelbare Hilfe. Ein Kinderwagen ist ungeeignet.
Varianten und Versorgung
Wer eine größere Runde plant, kann in Richtung Grumbacher Teiche, Maaßener Gaipel oder Iberger Albertturm weiterwandern. Diese Ziele liegen auf unterschiedlichen Höhenzügen und ergeben keinen kurzen Sammelweg. Distanz, Höhenmeter und Einkehrzeiten werden vorher geprüft.
Direkt an der Prinzenlaube gibt es keine Gastronomie. Wildemann bietet Versorgung im Tal; für die Wanderung bleiben Wasser und ein kleiner Snack sinnvoll. Im Sommer liegt der Anstieg teilweise im Schatten, am Aussichtspunkt kann es windig sein. Im Winter ist eine Umkehr vernünftiger, wenn der Steig vereist ist.
Nach dem steilen Aufstieg wird vor dem Abstieg eine kurze Pause eingelegt. Müde Beine und nasse Sohlen erhöhen bergab das Sturzrisiko. Die gleiche Strecke braucht abwärts nicht zwingend weniger Zeit, besonders wenn Wurzeln und Laub den Weg verdecken.
Stempel in der Nähe
Anfahrt zur Stempelstelle
Die Zielkoordinaten führen zum Stempelkasten, nicht automatisch zu einem legalen Parkplatz. Über diesen 📍 Google-Maps-Link lässt sich HWN 105 öffnen.