HWN 154 Dreibrodesteine: Granit, Sage und kurzer Zustieg
📷 Dreibrodesteine bei Sankt Andreasberg von Ogmios unter Lizenz CC0
Die Dreibrodesteine (HWN 154) sind drei auffällige Granitblöcke zwischen Sankt Andreasberg und Sonnenberg. Ihre rundlichen Formen wirken tatsächlich wie gewaltige Brotlaibe. Der kurze Zustieg, die geologische Entstehung und eine drastische Harzer Sage machen den Platz zu einem familiengeeigneten Ziel – sofern Kinder nicht auf den empfindlichen Felsen klettern.
Zuletzt geprüft: 30. Juli 2026. HWN 154 wird auf der aktuell geöffneten Defektseite der Harzer Wandernadel nicht als defekt geführt.
HWN 154 kurz und knapp
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Ziel | drei Granitblöcke und Stempelkasten |
| Start | Parkplatz „Dreibrodesteine“ an der L 519 |
| Entfernung | laut HWN etwa 1 km |
| Geologie | Wollsackverwitterung |
| Kombination | kurzer Weg zu HWN 155 |
| Koordinaten | 51.732224, 10.511361 |
Wie entstehen „Granitbrote“?
Granit ist von Klüften durchzogen. Regen- und Bodenwasser dringen in diese Risse ein und zersetzen Minerale. Gefrierendes Wasser erweitert die Klüfte zusätzlich. Über sehr lange Zeit werden Ecken und Kanten abgerundet, während größere Blöcke übereinander liegen bleiben. Weil sie wie gestapelte Wollsäcke aussehen, heißt der Prozess Wollsackverwitterung.
Der Nationalpark weist darauf hin, dass solche Felsen seltenen Moosen, Flechten und Tieren Lebensraum bieten. Bleibe daher auf dem Weg und vermeide Klettern. Auch lose oder nasse Steine können gefährlich sein.
Die Sage von den drei Broten
Nach der Überlieferung bat ein hungernder Bergmann eine wohlhabende Frau um Brot. Sie verweigerte ihm die Hilfe und soll gesagt haben, ihre drei Brote sollten eher zu Stein werden. Daraufhin wuchsen die Laibe zu gewaltigen Blöcken und drückten die Frau in den moosigen Boden. Die Sage erklärt die Form nicht naturwissenschaftlich, übersetzt sie aber in eine moralische Warnung vor Hartherzigkeit.
Beide Ebenen gehören zum Ort: Die Sage erzählt, wie Menschen besondere Felsen deuteten; die Geologie erklärt, wie Wasser, Frost und Zeit den Granit tatsächlich formten.
Zustieg und passende Runde
Vom ausgewiesenen Parkplatz „Dreibrodesteine“ sind es laut Harzer Wandernadel ungefähr ein Kilometer bis zum Naturdenkmal. Der Waldweg ist kurz, aber nicht automatisch barrierefrei. Wurzeln, Nässe, Schnee und Eis können ihn erschweren.
Vom selben Parkplatz führt ein gut ausgebauter, rund 900 Meter langer Weg mit wenig Steigung zum Rehberger Grabenhaus (HWN 155). Der Nationalpark beschreibt diesen Weg als für Rollstuhl, Kinderwagen und ältere Menschen gut geeignet. Das gilt nicht pauschal für den Abstecher zu den Dreibrodesteinen und hängt von Wetter sowie persönlicher Mobilität ab.
Planung im Nationalpark
Hunde gehören an die Leine, Abfall wieder in den Rucksack. Aktuelle Sperren durch Waldarbeiten oder Sturm prüfst du auf der Nationalpark-Seite. Die Dreibrodesteine selbst bieten keine Gastronomie; für die Einkehr am Grabenhaus kontrollierst du dessen saisonale Öffnungszeiten. Eine kurze Familienrunde ist auch ohne Einkehr gut machbar.
Anfahrt
Unter diesem 📍 Link ist die Stempelstelle der Harzer Wandernadel in Google Maps zu finden.
Stempel in der Nähe
Quellen und aktuelle Planung
- Harzer Wandernadel: Stempelstelle 154 / Dreibrodestein
- Nationalpark Harz: Felsen und Wollsackverwitterung
- Nationalpark Harz: Rehberger Grabenhaus und barrierearmer Zustieg
- Nationalpark Harz: aktuelle Wegesperrungen
- Harzer Wandernadel: aktuelle Defekte und Wegesperrungen
- Harzer Wandernadel: GPS-Download und Genauigkeitshinweise