HWN 157 Kapellenfleck: Kaiserweg-Runde ab Braunlage
📷 Kapellenfleck von Thomas Binder unter Lizenz CC BY-SA 4.0
Der Kapellenfleck (HWN 157) liegt zwischen Braunlage und Wieda direkt am historischen Kaiserweg. Am kleinen Platz findest du den Stempelkasten, eine Informationstafel, Sitzgelegenheiten und im Gelände erkennbare Fundamentreste. Eine bewirtschaftete Hütte gibt es dort nicht – der Ort lebt von seiner Geschichte und von der ruhigen Waldlage.
Was ist am Kapellenfleck erhalten?
Eine erhaltene Urkunde berichtet, dass der Graf von Scharzfeld dem Kloster Walkenried im Jahr 1297 eine Kapelle im Harzwald schenkte. Bei Grabungen im 19. Jahrhundert kam am heutigen Kapellenfleck ein kirchenähnlicher Grundriss zutage, der wahrscheinlich zu dieser Kapelle gehörte. Der Wanderweg führt außerdem durch Reste einer Wall- und Grabenanlage.
Nicht jede Deutung ist gesichert: Die Harzer Wandernadel beschreibt als plausible Möglichkeiten, dass die Kapelle zugleich Rastplatz für Reisende oder Wechselstation für Zugtiergespanne auf dem Harzaufstieg war. Vor Ort lohnt es sich deshalb, die Infotafel zu lesen und die Bodenformen bewusst anzuschauen – eine spektakuläre Ruine solltest du nicht erwarten.
Drei Tourmöglichkeiten
- Direkt vom Waldparkplatz Lausebuche: Der von der Harzer Wandernadel empfohlene Start liegt an der B 27 unterhalb von Braunlage. Von dort folgst du dem ausgeschilderten Kaiserweg direkt zum Kapellenfleck. Für Familien oder eine kurze Stempeltour ist dies die naheliegendste Variante. Da keine belastbare offizielle Kilometerangabe veröffentlicht ist, miss deinen Hin- und Rückweg vorab in einer aktuellen Wanderkarte aus.
- „Spuren der Braunlager Vergangenheit“: Die offizielle Braunlager Rundtour startet am Ende der Schützenstraße und verbindet Schächerbach, Brunnenbachtal, die Trasse der ehemaligen Südharz-Eisenbahn, Kaiserweg und Kapellenfleck. Angegeben sind 12,9 Kilometer, etwa 3:30 Stunden, 176 Höhenmeter und der Schwierigkeitsgrad mittel. Informationstafeln unterwegs machen diese Variante besonders gehaltvoll.
- Auf dem Kaiserweg Richtung Wieda: Vom Kapellenfleck kannst du dem historischen Weg weiter Richtung Wieda folgen. So wird aus dem Stempelziel eine Streckenwanderung; Rückfahrt oder Rückweg müssen vorher organisiert werden. Im weiteren Wegenetz lässt sich auch der Gipfelblick am Kaiserweg (HWN 163) in eine längere Tour einplanen.
Parken, ÖPNV und Sicherheit
Am Start Lausebuche nutzt du nur den ausgewiesenen Waldparkplatz. Für die große Braunlager Runde gibt es Parkmöglichkeiten am Ende der Schützenstraße. Dieser Start liegt oberhalb des Braunlager ZOB und ist laut offizieller Tourenbeschreibung gut mit dem Bus erreichbar.
Auf der 12,9-Kilometer-Runde wird die Landstraße zweimal gequert. Besondere Vorsicht verlangt die zweite Querung im Bereich einer Doppelkurve an der Brunnenbachbrücke, wo die Route einige Meter an der Fahrbahn verläuft. Mit Kindern solltest du diesen Abschnitt vorab in der Tourenkarte prüfen und sie dort eng begleiten.
Wegcharakter, Kinder und Hunde
Die offizielle Rundtour verläuft überwiegend auf breiteren Wegen. Normale gute Schuhe reichen bei trockenen Bedingungen, bei Nässe werden Wanderschuhe empfohlen, weil Abschnitte matschig sein können. Die kürzere Variante ab Lausebuche ist für wandernde Familien geeigneter als die volle Runde; ein durchgehend kinderwagengeeigneter Ausbau ist nicht zugesichert.
Hunde sollten im Wald kontrolliert und in Wildbereichen an der Leine geführt werden. Am Kapellenfleck gibt es kein Trinkwasser und keine Einkehr, also gehören Wasser und Snack in den Rucksack. Im Winter können Wege Teil des Loipennetzes sein: Betritt keine gespurte Loipe als Wanderweg und informiere dich über die aktuelle Wintersportführung.
Bei Forstarbeiten, Sturmfolgen oder örtlichen Sperren gilt immer die Beschilderung im Gelände. Kehre um, statt abseits der Wege auszuweichen.
Standort
Unter diesem 📍 Link ist die Stempelstelle der Harzer Wandernadel in Google Maps zu finden.