HWN 195 Köthener Hütte: Klippenweg Alexisbad

HWN 195 Köthener Hütte: Klippenweg Alexisbad

📷 Köthener Hütte von F. Hoffmann unter Lizenz CC BY-SA 3.0

Die Köthener Hütte liegt zwischen Alexisbad und Mägdesprung auf dem Kapellenfelsen, rund 385 Meter über dem Meer. Weißer Anstrich, Spitzbogen und kleiner Glockenturm geben der offenen Schutzhütte das Aussehen einer Waldkapelle. Der Standort gehört zum Klippenweg und zum Selketalstieg; bei klarer Sicht reicht der Blick über das eingeschnittene Selketal zum Rambergmassiv.

Historische Bedeutung

Der Harzklub-Zweigverein Köthen ließ die Hütte 1897 anstelle einer baufälligen Bretterhütte errichten, die bereits „Kapelle“ genannt wurde. Die Forstverwaltung bereitete den Felsstandort vor und schuf durch Freistellungen die Aussicht. Der Name erinnert somit an die Erbauer, nicht an eine kirchliche Nutzung. Bis heute ist das kleine Gebäude ein markanter Rastpunkt; eine verschlossene Innenstube oder Bewirtschaftung sollte man jedoch nicht erwarten.

Der Kapellenfelsen ist Teil der Aussichtsklippen über Alexisbad. Der Kurort entwickelte sich im 19. Jahrhundert rund um eisenhaltiges Stollenwasser. Bergbaugeschichte, frühe Kuranlagen und die in Mägdesprung gegossenen Kunstwerke prägen deshalb den gesamten Weg. Die Köthener Hütte ist am überzeugendsten als Station einer Runde und nicht nur als einzelner Fotopunkt.

Wanderwege zur Köthener Hütte

  • Alexisbad: Der ausgeschilderte Klippenweg steigt vom Ort zu mehreren Aussichtspunkten an. Die vollständige, von Harzgerode Tourismus beschriebene Runde ist etwa neun Kilometer lang und enthält HWN 195 sowie die Verlobungsurne (HWN 177).
  • Mägdesprung: Vom Carlswerk oder von einer Haltestelle der Selketalbahn lässt sich die Hütte über Waldwege erreichen. Vor dem Start wird geprüft, ob der gewählte Parkplatz öffentlich nutzbar ist.
  • Kurzer Zugang: An der Straße Harzgerode–Mägdesprung gibt es einen kleinen Ausgangspunkt. Er verkürzt die Tour, bietet aber weniger vom historischen Klippenweg.

Anspruch, Anreise und beste Zeit

Der Aufstieg aus Alexisbad ist stellenweise steil. Wurzeln, loses Laub und feuchte Felsen verlangen feste Schuhe; im Winter kann Eis den Klippenweg unpassierbar machen. Die Hütte steht direkt an einem Geländevorsprung. Kinder und Hunde bleiben daher am Aussichtspunkt unter unmittelbarer Aufsicht.

Alexisbad ist mit der Selketalbahn sowie regionalen Buslinien erreichbar. Eine Bahnfahrt macht eine Streckenwanderung zwischen Alexisbad und Mägdesprung möglich, allerdings werden Fahrplan und letzte Rückfahrt vorab geprüft. Wer mit dem Auto kommt, nutzt ausgewiesene Flächen im Ort und blockiert weder die B 185 noch Forstzufahrten.

Proviant ist sinnvoll, denn an der Hütte gibt es keine sichere Versorgung. Gastronomie und Toiletten finden sich eher in Alexisbad, Mägdesprung oder Harzgerode und können Ruhetage haben. Im Frühjahr und nach Stürmen lohnt ein Blick auf lokale Wegmeldungen. Bei Nebel bleibt die Architektur reizvoll, der Hauptgewinn der Tour – die Aussicht auf Selketal und Ramberg – fällt jedoch aus.

Als längere Variante lässt sich der Klippenweg mit dem Luisentempel und den industriekulturellen Spuren in Mägdesprung verbinden. Wer mehrere Stempel plant, sollte die Höhenmeter nicht unterschätzen: Luftlinien zwischen den Zielen sagen im tief eingeschnittenen Selketal wenig über den tatsächlichen Aufwand aus.

Anfahrt

Unter diesem 📍 Link ist die Stempelstelle der Harzer Wandernadel in Google Maps zu finden.

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