HWN 206 Hahnestein: Waldtour bei Hohegeiß
📷 Hahnestein von FB1969 unter Lizenz CC BY-SA 4.0
Der Hahnestein liegt im Bergwald bei Hohegeiß zwischen dem Wanderparkplatz Bechlerstein und dem Hinteren Ebersberg. Der Stempelpunkt ist ein stilles Erinnerungsziel auf etwa 642 Metern Höhe, kein Aussichtsturm. Die Tour gewinnt ihren Charakter aus Wolfsbachtal, Bergwiesen und langen Waldwegen.
Gedenkstein für Wilhelm Hahne
Der Stein erinnert an Wilhelm Hahne (1865–1952). Nach Darstellung der Harzer Wandernadel arbeitete er von seinem 15. bis zu seinem 85. Lebensjahr, insgesamt rund 70 Jahre, im Wald. Der Gedenkstein wurde noch zu seinen Lebzeiten 1951 gesetzt. Die Station erzählt damit von der körperlich schweren Forstarbeit, die Hohegeiß und viele Harzorte über Generationen prägte.
Auch der Ausgangspunkt trägt Erinnerungskultur: Der Bechlerstein erinnert an Hermann Bechler, der 1886 in einem Schneesturm ums Leben kam. Beide Steine machen deutlich, wie ernst Wetter und Orientierung im Hochharz zu nehmen sind – selbst auf heute markierten Wegen.
Wanderwege zum Hahnestein
- Startpunkt: Waldparkplatz „Bechlerstein“
- Route: Über die Wolfsbachstraße, die Willibald-Ihmann-Köte und den Horizontalweg zum Hahnestein.
- Alternative Route: Vom Bechlerstein über die Wolfsbachstraße zu den Dicken Tannen (HWN 45).
Die Willibald-Ihmann-Köte ist ein Rastpunkt, aber keine verlässlich bewirtschaftete Hütte. Der Horizontalweg verteilt die Höhenmeter vergleichsweise gleichmäßig. Für eine längere Runde lässt sich Dicke Tannen (HWN 45) einbauen; Rückweg und Gesamtanstieg werden vorab auf einer aktuellen Karte geprüft.
Natur und Wegverhältnisse
Das Wolfsbachtal ist Teil einer vielfältigen Landschaft aus Bergwiesen, Bachläufen und Wald. Ein Natura-2000-Tipp des Regionalverbands Harz erläutert die Schutzwerte des Gebiets. Blumenwiesen werden nicht betreten, Pflanzen nicht gepflückt und Hunde besonders während Brut- und Setzzeit eng geführt.
Waldwege können durch Harvester-Spuren, Windwurf oder Nässe rau sein. Auf Höhen über 600 Metern halten Schnee und Eis länger als im Tal. Bei Sturm, Gewitter oder dichtem Nebel wird die Tour verschoben. Im Sommer sind Zecken- und Sonnenschutz sinnvoll, auch wenn große Teile im Wald liegen.
Am Hahnestein gibt es weder Trinkwasser noch Gastronomie. Hohegeiß bietet Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten, deren Öffnungszeiten saisonal wechseln. Die Versorgung wird deshalb vor dem Start erledigt. Mobilfunkempfang kann abschnittsweise fehlen; Offlinekarte und geladener Akku helfen an Wegkreuzungen.
Wer nur den Stempel möchte, wählt die direkte Route ab Bechlerstein. Wer Geschichte und Landschaft verstehen will, plant Zeit an Köte, Wolfsbach und Gedenkstein ein. Das Denkmal wird nicht beklettert oder mit Aufklebern versehen.
Der Hintere Ebersberg erreicht etwa 686 Meter und prägt das Höhenprofil, auch wenn der Stempel etwas tiefer liegt. Die Route folgt keinem Gipfelgrat, sondern quert den Hang auf Forstwegen. Dadurch bleiben die Steigungen moderater, die Gesamtstrecke aber leicht unterschätzt. An der Willibald-Ihmann-Köte wird geprüft, ob der weitere Abzweig frei und ausgeschildert ist.
Hohegeiß besitzt artenreiche Bergwiesen, die vor allem im Frühsommer auffallen. Sie werden ausschließlich vom Weg aus betrachtet. Wer von Bechlerstein aus startet, kann am Gedenkort kurz die Wetterentwicklung prüfen: Ziehen Wolken über die Höhen, ist eine verkürzte Runde vernünftiger als der zusätzliche Abstecher zu den Dicken Tannen.
Anfahrt
Unter diesem 📍 Link ist die Stempelstelle der Harzer Wandernadel in Google Maps zu finden.