HWN 209 Moltkewarte: Aussicht bei Lengefeld

HWN 209 Moltkewarte: Aussicht bei Lengefeld

📷 Moltkewarte von Hejkal at de.wikipedia unter Lizenz CC BY-SA 2.0 de

Die Moltkewarte ist ein rund 26 Meter hoher Aussichtsturm auf dem Schlößchenkopf südlich von Lengefeld. Der Gipfel erreicht etwa 310 Meter und bietet bei geöffnetem Turm einen weiten Blick über die Sangerhäuser Mulde, das südliche Harzvorland und zur Hohen Linde. Der Stempel bleibt auch dann erreichbar, wenn die Plattform geschlossen ist.

Historische Bedeutung

Der Harzklub-Zweigverein Sangerhausen errichtete die Warte 1903 zu Ehren des preußischen Generalfeldmarschalls Helmuth von Moltke. Seit 2007 erinnert eine jährliche Veranstaltung am 11. März zusätzlich an seinen Urgroßneffen Helmuth James von Moltke, der als Mitglied des Kreisauer Kreises Widerstand gegen den Nationalsozialismus leistete und 1945 hingerichtet wurde. So hat der Ort heute zwei sehr unterschiedliche historische Bezugsebenen.

Verbaut wurde regionaler Rogenstein, dessen kugelige Strukturen an Fischrogen erinnern. Das Gestein entstand vor rund 250 Millionen Jahren in einem flachen Meer und wurde in kleinen Brüchen der Umgebung gewonnen. Lose Stücke bleiben im Gelände; der Turm ist Denkmal, kein Steinbruch.

Wanderwege zur Moltkewarte

  • Lengefeld/Engelsburg: Vom höher gelegenen Ausgangspunkt oberhalb des Ortes ist die Warte auf einem vergleichsweise kurzen, nach offizieller Darstellung barrierearmen Weg erreichbar. Die genaue Eignung wird nach Wetter und persönlichem Hilfsmittel beurteilt.
  • Kupferhütte oder Kunstteich: Längere Wege verbinden den Aussichtsturm mit der Bergbaulandschaft um Sangerhausen.
  • Wettelrode: Vom Röhrigschacht entsteht eine mehrstündige Wanderung. HWN 222 Bergbaulehrpfad lässt sich nur mit vollständiger Hin- und Rückwegplanung ergänzen.

Turmzugang und praktische Hinweise

Die Plattform ist nicht rund um die Uhr garantiert. Regionale Betreiber öffnen den Turm vor allem zu bestimmten Zeiten in der warmen Jahreszeit oder bei Veranstaltungen. Vor einer Tour, deren Hauptziel die Aussicht ist, wird der aktuelle Zugang bei Tourist-Information oder örtlichem Verein geprüft. Bei Gewitter, Sturm oder Eis wird der Turm unabhängig von einer offenen Tür nicht bestiegen.

Die Innenstufen erfordern Trittsicherheit und freie Hände. Wer nicht hinaufgeht, erlebt am Schlößchenkopf dennoch Geologie, Wald und Denkmalgeschichte. Am Turm gibt es keine verlässliche Bewirtschaftung. Wasser, Snack und gegebenenfalls eine Sitzunterlage werden mitgebracht.

Im Sommer sind die Wege trocken und sonnig, nach Regen können Waldpassagen schmierig sein. Herbstlaub verdeckt Wurzeln. Für Hunde ist Wasser nötig; auf der engen Treppe kann der Plattformbesuch ungeeignet sein. Abfälle und Aufkleber gehören nicht an das Denkmal.

Für dieselbe Wanderung passen Röhrigschacht, Kunstteich und Lengefeld. Queste und Bauerngraben liegen dagegen in einem anderen Teil des Südharzes und benötigen einen eigenen Ausgangspunkt.

Die Warte steht im Übergang vom bewaldeten Südharz zur offenen Sangerhäuser Mulde. Daher unterscheidet sich die Aussicht je nach Richtung deutlich: zum Harz dominieren Waldhänge, nach Süden die Kulturlandschaft. Für Fotos ist die Plattform interessanter als der bewaldete Turmfuß, doch auch dort lässt sich der charakteristische Rogenstein aus der Nähe erkennen.

Anfahrt

Unter diesem 📍 Link ist die Stempelstelle der Harzer Wandernadel in Google Maps zu finden.

Auf einem Handy kannst du auch diesen 🗺️ Link verwenden, um den Ort in einer Kartenapp zu öffnen.

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Quellen und aktuelle Planung

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