HWN 90 Roter Schuss: Waldtour ab Ellrich

HWN 90 Roter Schuss: Waldtour ab Ellrich

📷 Roter Schuss von Thomas Binder unter Lizenz CC BY-SA 4.0

Der Rote Schuss liegt auf etwa 505 Metern Höhe am Ende des Limbachtals im Ellricher Stadtwald. HWN 90 trägt seinen Namen nach dem rötlichen Porphyrgestein, das an der Stelle sichtbar wird. Der Platz ist kein spektakulärer Gipfel, sondern ein stilles Waldziel mit geologischem Detail und regionaler Überlieferung. 2008 wählten Sammler ihn zur schönsten Stempelstelle der Harzer Wandernadel.

Eine Sage erzählt von einem Wilderer, der hier von einem Förster angeschossen worden sein soll. Solche Erzählungen erklären den Namen volkstümlich, während die rote Färbung des Gesteins die unmittelbar sichtbare Deutung liefert. Im Artikel werden beide Ebenen bewusst getrennt: Die Sage ist kein belegter Unfallbericht.

Zustieg vom Ellricher Stadtwald

Als Ausgangspunkt nennt die Harzer Wandernadel den Parkplatz Ellricher Stadtwald. Von dort folgt man den markierten Waldwegen in Richtung Limbachtal und Roter Schuss. Die Route steigt moderat, verläuft jedoch über längere Waldpassagen. Abzweige können sich durch Forstarbeiten verändern; aktuelle Wegweiser und eine Offline-Karte sind deshalb hilfreicher als alte Trackdateien.

Der Untergrund besteht überwiegend aus Forstwegen, ergänzt um wurzelige und bei Nässe weiche Abschnitte. Nach Starkregen sammelt sich Wasser in Fahrspuren. Im Winter kann die Höhenlage Schnee und Eis bringen, obwohl Ellrich im Tal bereits schneefrei ist. Festes Schuhwerk und eine zusätzliche Wärmeschicht sind dann sinnvoll.

Große Runde mit weiteren Stempeln

Die offizielle Tourenempfehlung verbindet HWN 90 mit der Wendeleiche (HWN 165) und der Stiefmutter (HWN 164). Zusätzlich liegt die „Zweiländereiche“ als Sonderstempel in diesem Waldgebiet. So entsteht eine längere Rundwanderung, die sich eher für einen halben Tag als für einen schnellen Abstecher eignet.

Vor Beginn sollte geprüft werden, ob alle Wege geöffnet sind. Der Südharz ist von Forstbetrieb und gelegentlichen Jagden geprägt; Sperrschilder haben Vorrang vor einer geplanten Stempelliste. Bei einer Umleitung wird nicht querfeldein ausgewichen. Die Strecke verläuft teils nahe der ehemaligen innerdeutschen Grenze, was zusätzliche historische Bezüge bietet, ohne dass jede alte Schneise ein freigegebener Wanderweg ist.

Versorgung, Familie und Natur

Direkt am Roten Schuss gibt es keine bewirtschaftete Hütte. Für die Mehrstempelrunde sind Wasser und Proviant nötig. Mobilfunk kann lückenhaft sein. Mit Kindern eignet sich eher eine sorgfältig geplante kürzere Variante; die große Waldschleife wird durch ihre Länge und wenige Abwechslungspunkte anspruchsvoller als das Höhenprofil vermuten lässt.

Die Grenzlage des Südharzes macht eine Papierkarte besonders nützlich: Waldwege führen über Gemeinde- und Landesgrenzen, während Rettungspunkte und Zufahrten nicht immer der erwarteten Ortsrichtung entsprechen. Vor dem Start teilt man deshalb Route und geplante Rückkehrzeit mit. In der Dämmerung erhöht reflektierende Kleidung die Sichtbarkeit auf Forstwegen.

Im trockenen Sommer gilt besondere Waldbrandvorsicht. Offenes Feuer und weggeworfene Zigaretten sind tabu. Im Frühjahr und Herbst bietet der Laub- und Mischwald angenehme Temperaturen, nach Stürmen muss jedoch mit herabfallenden Ästen gerechnet werden.

Stempel in der Nähe

Anfahrt zur Stempelstelle

Die Zielkoordinaten führen zum Stempelkasten, nicht automatisch zu einem legalen Parkplatz. Über diesen 📍 Google-Maps-Link lässt sich HWN 90 öffnen.

Auf einem Smartphone kann auch der 🗺️ Geo-Link in einer Karten-App geöffnet werden.

Quellen und weiterführende Informationen

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