HWN 128 Huttaler Widerwaage: Wasser fließt zurück
📷 Stempelstelle 128 klein von Frank Hebestreit unter Lizenz CC BY-SA 4.0
Die Huttaler Widerwaage liegt auf etwa 606 Metern Höhe am östlichen Rand der Clausthaler Hochfläche. Das zwischen 1763 und 1776 errichtete Wasserbauwerk ist ein besonders anschaulicher Teil der Oberharzer Wasserwirtschaft: Je nach Wasserstand konnte Wasser aus dem Huttal zum Hirschler Teich oder in umgekehrter Richtung zurück ins Huttal geleitet werden.
Genau dieses Umkehren der Fließrichtung erklärt den Namen „Widerwaage“. Der Stempelkasten HWN 128 steht am historischen Ensemble aus Ausgleichsbecken, Wehr, Graben, Wasserlauf und gemauerter Bogenbrücke. Seit 2010 gehört die Oberharzer Wasserwirtschaft zum UNESCO-Welterbe.
Zuletzt geprüft: 30. Juli 2026. HWN 128 wird auf der aktuell geöffneten Defektseite der Harzer Wandernadel nicht als defekt geführt.
HWN 128 kurz und knapp
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Stempelstandort | an der Huttaler Widerwaage |
| Empfohlener Start | Parkplatz Entensumpf an der B 242 |
| Entfernung | ungefähr 1,5 km je Richtung ab Entensumpf |
| Wegcharakter | leichte Graben- und Waldwege, wetterabhängig |
| Einkehr | als Erweiterung am Polsterberger Hubhaus |
| Koordinaten | 51.785728, 10.377440 |
Kurzer Zustieg ab Entensumpf
Der sinnvollste Start für einen gezielten Stempelbesuch ist der Parkplatz Entensumpf an der B 242 östlich von Clausthal-Zellerfeld. Von der Welterbe-Infostele führt der WasserWanderWeg in ungefähr 1,5 Kilometern zum Bauwerk. Folge der Beschilderung und nutze an Abzweigungen eine aktuelle Offlinekarte.
Die Strecke wird als leicht beschrieben, bleibt aber ein Natur- und Denkmalweg. Feuchte Grabenränder, Wurzeln und winterliches Eis können den Untergrund anspruchsvoller machen. Klettere weder auf die Bogenbrücke außerhalb der vorgesehenen Wege noch auf Wehr- und Mauerteile. Die Anlage ist ein funktionierendes Kulturdenkmal.
So arbeitete die Widerwaage
Ein „Fehlschlag“, ein hölzernes Wehr, staut das kleine Becken an. Über den Huttaler Wasserlauf ist es mit dem jenseits des Höhenzuges liegenden Hirschler Teich verbunden. Bei Bedarf konnte Wasser aus Huttaler Graben und Polsterberger Hubkunst auf hohem Niveau zum Hirschler Teich gelangen. Dort diente es der Kraftversorgung der ergiebigen Gruben Caroline und Dorothea.
Bei Hochwasser wurden Schütze beziehungsweise Notbretter angepasst: Das Gefälle kehrte sich um, sodass Wasser vom Hirschler Teich durch den Wasserlauf zur Widerwaage und weiter Richtung Söse abfloss. Damit half das System auch, Clausthal zu entlasten. Die Anlage wurde 2023 denkmalgerecht saniert.
Große Welterbe-Runde
Wer mehr Zeit hat, kann die Huttaler Widerwaage mit der Hirschler-Pfauenteich-Kaskade, dem Dammgraben, dem Polsterberger Hubhaus und dem Jägersbleeker Teich verbinden. Die offizielle Welterbe-Führung „Wo Wasser rückwärts fließt“ ist mit etwa 3 Stunden 50 Minuten und „leicht“ angegeben; eine individuelle Runde braucht ebenfalls mehrere Stunden.
Am Jägersbleeker Teich wartet HWN 127, die am 30. Juli 2026 jedoch offiziell als defekt gemeldet ist. Für eine Einkehr bietet sich das Polsterberger Hubhaus an; dessen Öffnungszeiten musst du separat prüfen. Wasser und einen Snack solltest du unabhängig davon dabeihaben.
Anfahrt
Unter diesem 📍 Link ist die Stempelstelle der Harzer Wandernadel in Google Maps zu finden.
Stempel in der Nähe
Quellen und aktuelle Planung
- Harzer Wandernadel: Stempelstelle 128 / Huttaler Widerwaage
- UNESCO-Welterbe im Harz: Tour „Wo Wasser rückwärts fließt“
- UNESCO-Welterbe im Harz: Hintergrund zur Oberharzer Wasserwirtschaft
- Stiftung UNESCO-Welterbe im Harz: Sanierung und Zustieg ab Entensumpf
- Harzer Wandernadel: aktuelle Defekte und Wegesperrungen
- Harzer Wandernadel: GPS-Download und Genauigkeitshinweise