HWN 138 Braunseck: Försterstieg und nie gebaute Bahn
📷 Braunseck von Thomas Binder unter Lizenz CC BY-SA 4.0
Das Braunseck (HWN 138) ist eine Waldwegkreuzung zwischen Buntenbock und Riefensbeek. Der Stempelkasten hängt geschützt in einer Hütte am Harzer Försterstieg. Einen Bahnhof wirst du dort nicht finden – obwohl Einheimische den Platz bis heute augenzwinkernd „Buntenbocker Bahnhof“ nennen. Hinter diesem Namen steckt eines der spannendsten nie verwirklichten Verkehrsprojekte des Oberharzes.
Zuletzt geprüft: 30. Juli 2026. HWN 138 wird auf der aktuell geöffneten Defektseite der Harzer Wandernadel nicht als defekt geführt.
HWN 138 kurz und knapp
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Stempelstandort | in der Schutzhütte an der Wegkreuzung |
| Empfohlener Start | Wanderparkplatz „An der Trift“, Buntenbock |
| Weg | Harzer Försterstieg, Wald- und Forstwege |
| Besonderheit | Trasse einer 1914 geplanten Bahnverbindung |
| Gute Kombination | HWN 137 und HWN 139 |
| Koordinaten | 51.766777, 10.355222 |
Warum heißt der Ort „Bahnhof“?
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sollte eine rund 20 Kilometer lange Bahn von Clausthal-Ost über Buntenbock, Lerbach und Freiheit nach Osterode entstehen. Anfang 1914 war die Strecke vermessen; erste Schneisen waren bereits in den Wald geschlagen. Der große Höhenunterschied machte das Vorhaben technisch aufwendig: Geplant waren drei Tunnel mit etwa 150, 300 und 550 Metern Länge, neun Talbrücken von bis zu 150 Metern Länge und 30 Metern Höhe sowie elf Über- und Unterführungen.
Buntenbock, Lerbach und Freiheit sollten eigene Bahnhöfe erhalten. Der Erste Weltkrieg beendete das Projekt, bevor Gleise verlegt wurden. Am Braunseck erinnert deshalb keine Ruine an die Bahn. Der überlieferte Ortsname und Spuren im Gelände erzählen von einer Planung, die das Leben der Oberharzer Bergstädte grundlegend hätte verändern können.
Zustieg ab Buntenbock
Der nachvollziehbarste Start ist der Wanderparkplatz „An der Trift“ in Buntenbock. Folge von dort der Markierung des Harzer Försterstiegs Richtung Lerbach. Der Fernwanderweg verbindet Goslar mit Riefensbeek-Kamschlacken und berührt Granetalsperre, Innerstetalsperre sowie Sösetalsperre. Auf diesem Abschnitt dominieren breite Waldwege; einzelne Abschnitte können nach Forstarbeiten, Regen oder Schneeschmelze deutlich rauer sein.
Die Hütte eignet sich für eine windgeschützte Pause, ersetzt aber keine Einkehr. Packe Getränke und Proviant ein. Mobilfunkempfang ist im Wald nicht garantiert, deshalb lohnt sich eine offline gespeicherte Karte. Im Winter können festgefahrener Schnee und Eis die unspektakulär wirkenden Steigungen schwieriger machen als im Sommer.
Sinnvolle Stempelrunde
Vom Braunseck kannst du weiter zur Kuckholzklippe (HWN 139) wandern. Dort wartet ein Aussichtsturm, während Braunseck eher Geschichte und Waldatmosphäre bietet. Wer am Großen Sumpfteich startet, kann zuvor den Bärenbrucher Teich (HWN 137) in eine längere Runde einbauen. Beachte dabei, dass HWN 137 derzeit als defekt gemeldet ist.
Für die reine Stempeltour ist Braunseck schnell erklärt; reizvoll wird das Ziel durch den Kontext. Wenn du die Linie im Gelände betrachtest und dir Tunnel, Brücken und einen Bahnhof vorstellst, wird aus einer stillen Kreuzung ein kleines Denkmal für die gescheiterte Oberharzbahn.
Anfahrt
Unter diesem 📍 Link ist die Stempelstelle der Harzer Wandernadel in Google Maps zu finden.