HWN 197 Burgruine Anhalt: Aufstieg im Selketal
📷 Bergfried anhalt von Torsten Friebe unter Lizenz CC BY-SA 3.0
Die Burgruine Anhalt liegt auf dem Großen Hausberg, dessen Gipfel knapp 398 Meter erreicht, hoch über dem Selketal zwischen Mägdesprung und Meisdorf. Der Stempelkasten steht etwas südöstlich der eigentlichen Ruine. Das Ziel verbindet einen überraschend kräftigen Waldanstieg mit einem historisch bedeutenden Ort: Von dieser Burg leitet sich der Name Anhalt ab.
Historische Bedeutung
Otto der Reiche ließ die Anlage nach Angaben des Förderprojekts zwischen 1115 und 1123 als neuen Stammsitz errichten. 1140 wurde sie in den Auseinandersetzungen um das Herzogtum Sachsen zerstört; Albrecht der Bär begann noch im selben Jahr mit dem Wiederaufbau. Bis um 1300 blieb die Höhenburg bewohnt. Ihre Ausdehnung war für den Harz außergewöhnlich groß.
Heute sind Fundamente, Kellerbereiche, Mauerzüge sowie Reste von Bergfried und Kapelle erkennbar. Informationstafeln helfen, die unscheinbaren Geländespuren zuzuordnen. Ein Modell auf dem Schlossplatz in Ballenstedt vermittelt die hypothetische Gesamtgestalt, darf aber nicht mit einem vollständig belegten historischen Abbild verwechselt werden. Auf der Ruine selbst wird nicht auf Mauerkronen geklettert; lockeres Gestein und archäologische Bereiche bleiben unangetastet.
Wanderwege zur Burgruine Anhalt
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Selkemühle: Der offizielle Burgverein beschreibt ab dem Parkplatz etwa 1,8 Kilometer und rund 150 Höhenmeter. Hinter der Selkebrücke folgt ein steiler Hohlweg; für Hin- und Rückweg müssen daher mindestens 3,6 Kilometer sowie der vollständige Abstieg eingeplant werden.
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Mägdesprung: Vom Carlswerk führt eine längere Talwanderung an der Selke zur Selkemühle; erst danach beginnt der eigentliche Berganstieg.
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Schielo: Der Zugang aus südlicher Richtung ist länger, steigt aber gleichmäßiger an und eignet sich eher für Wandernde, die den steilen Hohlweg vermeiden möchten.
Anspruch und sinnvolle Kombinationen
Der kurze Aufstieg ab Selkemühle ist konditionell anspruchsvoller als die Distanz vermuten lässt. Feste Schuhe sind unverzichtbar; nach Regen werden Hohlweg und Laub rutschig. Fahrräder sind auf der steilen Variante unpraktisch. Wer mit Kindern unterwegs ist, plant zusätzliche Pausen und hält im Ruinengelände Abstand zu Abbruchkanten.
Auf dem Großen Hausberg gibt es keine Bewirtschaftung und keine sichere Trinkwasserquelle. Die Selkemühle kann Öffnungs- oder Ruhetage haben, weshalb Proviant unabhängig davon mitgeführt wird. In der warmen Jahreszeit sind Zecken- und Sonnenschutz sinnvoll, im Herbst genug Zeit für den Abstieg vor Einbruch der Dunkelheit.
Für eine lange Selketalrunde lässt sich HWN 197 mit der Schutzhütte am Mettenberg (HWN 203) verbinden. Die Route führt jedoch erst zurück ins Tal und später erneut bergauf; eine gerade Linie auf der Karte ist kein bequemer Höhenweg. Alternativ bleibt Zeit für Carlswerk und Hammerwerke bei Mägdesprung. Aktuelle Forst- und Wegsperrungen werden vor Beginn geprüft.
Auf dem Burgplateau folgt der Rundgang den Tafeln vom ehemaligen Torbereich zu den sichtbaren Fundamenten. Bei kahlen Bäumen sind Wallzüge und die Größe der Anlage leichter zu erkennen als im Hochsommer. Ein Fernglas lohnt für den Blick ins Selketal, ersetzt aber nicht den sicheren Abstand zu bewachsenen Mauerkanten.
Anfahrt
Unter diesem 📍 Link ist die Stempelstelle der Harzer Wandernadel in Google Maps zu finden.