HWN 211 Kiliansteiche: Wasserbau bei Straßberg

HWN 211 Kiliansteiche: Wasserbau bei Straßberg

📷 Kiliansteich 162154 von Sarkana unter Lizenz FAL

Die Stempelstelle 211 befindet sich am Erddamm der Vorsperre Kiliansteich bei Straßberg. Historische Bergbauteiche und eine moderne Talsperre liegen hier unmittelbar nebeneinander. Der Ort zeigt deshalb besonders anschaulich, wie sich die Aufgaben der Harzer Wasserwirtschaft von der Energieversorgung der Gruben zum Hochwasser- und Gewässerschutz verändert haben.

Historische Bedeutung

Im Tal bestand eine Kaskade mehrerer Teiche. Ein Teich und der zugehörige Rödelbachgraben sind bereits 1610 belegt; zu Beginn des 18. Jahrhunderts kamen weitere Speicher für den Bergbau hinzu. Dammbrüche 1901 und 1944 zeigen, welche Kräfte bei Hochwasser wirken.

Von 1989 bis 1995 wurde die heutige Talsperre Kiliansteich errichtet. Der obere historische Teich wurde dabei als Vorsperre ausgebaut, Reste tiefer gelegener Dämme gingen im neuen Becken auf. Der Hauptdamm ist ein rund 210 Meter langer Steinschüttdamm; die Vorsperre besitzt einen niedrigeren Erddamm. Die Anlage dient vor allem Hochwasserschutz und Niedrigwasseraufhöhung, außerdem Fischerei und Naherholung. Betriebseinrichtungen werden nicht betreten.

Wanderwege zu den Kiliansteichen

  • Naturresort Schindelbruch: Wanderweg vorbei am Frankenteich.
  • Feriendorf Auerberg: Route führt ebenfalls am Frankenteich entlang.
  • Straßberg: Durch das Rödelbachtal, vorbei am Maliniusteich, zu den Talsperren.

Die Straßberger Variante verbindet mehrere Elemente der Unterharzer Wasserwirtschaft und ist inhaltlich die stärkste. Von Schindelbruch oder Auerberg entsteht eine Waldwanderung mit Frankenteich. Aktuelle Wegweiser und Sperrungen haben Vorrang vor alten GPX-Tracks.

Sicherheit an Talsperre und Teichen

Die Wasserflächen sind technische Anlagen. Böschungen, Überläufe und Betriebswege werden nicht betreten, wenn sie gesperrt sind. Baden, Eisbetreten und Wassersport sind nur dort zulässig, wo der Betreiber es ausdrücklich freigibt; eine ruhige Oberfläche ist kein Sicherheitsnachweis. Hunde gehen nicht in Ufer- oder Schutzbereiche.

Die Wege können nach Regen weich und im Winter vereist sein. Nebel erschwert an Forstkreuzungen die Orientierung. Proviant und Getränke werden mitgeführt, denn am Stempeldamm gibt es keine verlässliche Gastronomie. Eine geplante Einkehr in Straßberg oder im Schindelbruch wird aktuell geprüft.

Für eine längere Runde lassen sich Maliniusteich, Frankenteich und Kiliansteiche als Beispiele verschiedener Bauzeiten vergleichen. Katzsohlteich (HWN 172) und Hirschbüchenkopf (HWN 173) liegen weiter westlich; sie gehören nur mit ausreichender Kondition und einer ausgearbeiteten Route in denselben Tag.

Informationstafeln am Damm erklären mehr als ein schneller Blick auf die Wasserfläche. Wer mit Kindern unterwegs ist, hält an Geländern und steilen Böschungen unmittelbare Aufsicht.

Der obere historische Teich und der größere moderne Speicher unterscheiden sich in Dammbau und Maßstab. Am Vorsperrendamm lässt sich die ältere Tradition der Erddämme ablesen, während der Hauptdamm als Steinschüttbauwerk eine moderne Konstruktion ist. Diese Gegenüberstellung macht HWN 211 zu einem besonders guten Lernort für Wasserbau.

Der Rödelbach verbindet die Becken hydrologisch mit dem Tal. Sein Abfluss wird nicht durch provisorische Steindämme, Stöcke oder Spielbauten verändert. Gerade bei Niedrigwasser wirken kleine Eingriffe harmlos, können aber Wanderhindernisse für Tiere und Probleme am technischen Gewässer schaffen.

Anfahrt

Unter diesem 📍 Link ist die Stempelstelle der Harzer Wandernadel in Google Maps zu finden.

Auf einem Handy kannst du auch diesen 🗺️ Link verwenden, um den Ort in einer Kartenapp zu öffnen.

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