HWN 214 Reesbergdoline: Karstweg zur Heimkehle
📷 HWN214 Reesbergdoline von w:de:User:Miebner unter Lizenz CC BY-SA 4.0
Die Reesbergdoline liegt zwischen der NaturErlebnisHöhle Heimkehle bei Uftrungen und dem 325 Meter hohen Reesberg im Alten Stolberg. Mit rund 22 Metern Tiefe ist sie ein eindrucksvoller Einblick in den aktiven Gipskarst. Der Stempelweg verbindet oberirdische Lösungsformen mit einem der bekanntesten Höhlensysteme des Südharzes.
Karsthöhle Heimkehle
An der Grenze zwischen wasserstauendem Sandstein und löslichem Zechsteingips tritt Quellwasser aus. Es ist noch nicht mit Gips gesättigt und kann deshalb besonders viel Gestein lösen. Im Frühjahr begleitet häufig Bärlauch den Weg; im trockenen Sommer versiegen manche Quellen. Eine Färbeuntersuchung zeigte eine unterirdische Verbindung zum Heimensee in der Höhle, wobei das Wasser für die kurze Strecke überraschend lange benötigte.
Die Heimkehle wurde bereits im Mittelalter erwähnt und liegt im Grenzraum von Sachsen-Anhalt und Thüringen. Nach umfassender Neugestaltung öffnete sie 2025 als NaturErlebnisHöhle wieder. Sie wird nur im Rahmen einer Führung betreten.
Wanderwege zur Reesbergdoline
- Parkplatz Heimkehle: Vom offiziellen Besucherparkplatz folgt man dem Karstwanderweg zur Doline. So lässt sich die Wanderung mit Informationszentrum oder gebuchter Höhlenführung verbinden.
- Alter Stolberg: Längere Runden führen durch den intensiv verkarsteten Laubwald. Wege und Sperrungen werden aktuell geprüft, da Erdfälle und Forstarbeiten Umleitungen nötig machen können.
Doline und Höhle sicher besuchen
Am Rand der Reesbergdoline besteht Absturzgefahr. Man bleibt hinter Geländern und auf markierten Wegen. Ein Einstieg in die Senke, das Werfen von Steinen oder das Graben an Quellaustritten beschädigt den Naturraum und kann andere gefährden. Bärlauch und andere Pflanzen werden im Schutzgebiet nicht gesammelt.
Die Wege sind nach Regen rutschig und im Herbst von Laub bedeckt. Gute Schuhe und Wanderstöcke helfen. Am Dolinepunkt gibt es keine Bewirtschaftung; Versorgung und Toilette finden sich eher am Besucherzentrum, sofern es geöffnet ist.
Die aktuell gepflegte Betreiberseite nennt für das Informationszentrum Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr und Führungsbeginn um 10, 12, 14 und 16 Uhr. Eine kommunale Saisonübersicht vom Februar 2026 führte für die damalige Nebensaison noch Mittwoch bis Sonntag sowie Führungen um 11, 13 und 15 Uhr auf. Maßgeblich ist deshalb die Live-Seite am Besuchstag; Saison, Wartung und Veranstaltungen können Änderungen verursachen. Kinder dürfen aus Sicherheitsgründen erst ab drei Jahren teilnehmen, Hunde nicht in die Höhle.
Für die Höhle gehört eine zusätzliche Schicht Kleidung in den Rucksack. Die Wanderung allein bleibt auch außerhalb einer Führung lohnend. Glockensteine (HWN 198) liegen in derselben Karstregion, aber nicht an derselben kurzen Runde.
Am Übergang von Sandstein zu Gips verändert sich auch die Vegetation. Feuchte Quellstellen, Buchenwald und saisonale Bärlauchflächen geben Hinweise auf Wasser und Boden, ohne dass man den markierten Weg verlassen muss. Im Sommer kann eine scheinbar trockene Quelle nach Starkregen rasch wieder aktiv werden.
Die Verbindung zur Heimkehle macht deutlich, dass oberirdische Entfernung wenig über unterirdische Fließzeit aussagt. Wasser bewegt sich durch ein verzweigtes System aus Klüften, Hohlräumen und engen Lösungswegen. Genau diese Unsichtbarkeit ist ein Grund, an Dolinenrändern besonders vorsichtig zu bleiben.
Anfahrt
Unter diesem 📍 Link ist die Stempelstelle der Harzer Wandernadel in Google Maps zu finden.