HWN 218 Neustädter Talsperre: Trinkwasserweg
📷 Talsperre Neustadt von Xxschneider unter Lizenz CC BY 3.0
Die Neustädter Talsperre, auch Nordhäuser Talsperre genannt, liegt nordöstlich von Neustadt im Südharz und staut den Krebsbach. Sie ist Thüringens älteste Trinkwassertalsperre und versorgt die Region Nordhausen bis heute mit Rohwasser. Der Stempel steht am westlichen Ende des Sees, nicht auf der Staumauer.
Historische Bedeutung
Nordhausen litt im 19. Jahrhundert unter Trinkwasserknappheit. Die waldreiche, siedlungsarme Krebsbachregion bot ein Einzugsgebiet mit geringer Nährstoffbelastung. Der Bau begann 1904; 1905 ging die Anlage in Betrieb. Italienische Facharbeiter wirkten am Mauerbau mit, und eine Feldbahn transportierte Material.
Weil der Wasserbedarf stieg, wurde die Mauer 1922/23 um mehr als sechs Meter erhöht. Von 1997 bis 2001 erfolgte eine denkmalgerechte Generalsanierung. Die historische Brüstung blieb dabei so niedrig, dass sie heutigen Sicherheitsanforderungen nicht genügt: Die Mauerkrone ist deshalb ausdrücklich nicht als Wanderweg freigegeben.
Wanderwege zur Neustädter Talsperre
- Ruine Hohnstein: Von HWN 98 folgt man Wegen der Deutschen Kaiser und Könige beziehungsweise der historischen Poststraße in Richtung Talsperre.
- Hufhaus: Vom Wanderparkplatz „Tisch“ entsteht ein ruhiger Waldzugang.
- Rundweg: Ein etwa drei Kilometer langer Weg umrundet das Becken, muss wegen der gesperrten Mauerkrone aber der offiziellen Führung folgen.
Regeln im Trinkwasserschutzgebiet
Die Talsperre ist kein Badesee. Baden, Angeln ohne Erlaubnis, Bootfahren, Campen und das Betreten betrieblicher Flächen sind nicht zulässig. Hunde bleiben aus dem Wasser und werden im Schutzgebiet kontrolliert geführt. Die Mauer wird auch dann nicht überquert, wenn ein Kartenprogramm dort eine Linie zeigt.
Waldwege können nach Regen nass und im Winter vereist sein. An Ufern und Böschungen besteht Rutschgefahr. Bei Forstarbeiten, Sturm oder betrieblichen Maßnahmen gelten Sperrungen des Betreibers. Der aktuelle Füllstand verändert den Eindruck des Sees, nicht aber die Schutzregeln.
Am Stempel gibt es keine sichere Bewirtschaftung. Versorgung wird in Neustadt, am Hufhaus oder an der Ruine Hohnstein geplant und jeweils auf Öffnung geprüft. Eine Offlinekarte hilft, weil der Zugang über mehrere Forstwege erfolgt.
Wer Technikgeschichte mag, nimmt sich Zeit für die Sicht auf Staumauer und Einzugsgebiet. Wer mehrere Stempel sammelt, verbindet HWN 218 am sinnvollsten mit Hohnstein. Ilfelder Wetterfahne und Poppenberg liegen weiter entfernt und benötigen eine eigene Tour.
Die Talsperre übernimmt neben der Rohwasserbereitstellung Aufgaben für Hochwasserschutz und die geregelte Abgabe in den Krebsbach. Ihr bewaldetes Einzugsgebiet besitzt keine Ortschaften und kaum landwirtschaftliche Nutzung; genau das trägt zur geringen Nährstoffbelastung des Rohwassers bei. Saubere Wege und das Vermeiden jeder Gewässerverunreinigung sind daher mehr als allgemeine Höflichkeit.
Am Denkmalbauwerk lässt sich die Erhöhung der Staumauer historisch einordnen, auch wenn die Krone gesperrt bleibt. Gute Aussichtspunkte werden ausschließlich vom freigegebenen Uferweg genutzt. Wer die Runde entgegen der geplanten Richtung beginnt, prüft frühzeitig, wie die gesperrte Mauer umgangen wird, damit am Ende kein unerlaubter Übergang nötig erscheint.
Anfahrt
Unter diesem 📍 Link ist die Stempelstelle der Harzer Wandernadel in Google Maps zu finden.