HWN 88 Hoher Kleef: Aussicht über Rübeland
📷 Hoher Kleef von Thomas Binder unter Lizenz CC BY-SA 4.0
Der Hohe Kleef erhebt sich 442 Meter über dem Höhlenort Rübeland. Sein tempelartiger Aussichtspavillon steht auf devonischem Riffkalk und öffnet einen besonders guten Blick auf den eng in das Bodetal gebauten Ort. HWN 88 verbindet damit Ortsgeschichte, Karstgeologie und eine kurze, aber spürbar ansteigende Wanderung. Bei klarer Sicht reicht das Panorama über Dächer, Talhänge und die umliegenden Hochflächen.
Der Pavillon ist frei zugänglich. Aussicht und Stempel hängen nicht von den Öffnungszeiten der Rübeländer Tropfsteinhöhlen ab. Trotzdem lohnt die Kombination, wenn eine Höhlenführung geplant ist. Deren Tickets und Zeiten müssen separat beim Betreiber geprüft werden.
Aufstieg ab Hermannshöhle
Die Harzer Wandernadel empfiehlt den Parkplatz an der Hermannshöhle als Ausgangspunkt. Von dort folgt man zunächst der Beschilderung in Richtung Susenburg. Ein schmaler, markierter Wanderpfad zweigt am Hang ab, passiert Spuren der ehemaligen Siedlung Birkenfeld und führt zum Stempelkasten sowie weiter zum Pavillon. Auf kurzer Strecke werden rund 77 Höhenmeter gewonnen.
Der Harzer Tourismusverband beschreibt die offizielle Hin-und-zurück-Tour mit etwa 2,5 Kilometern und rund 46 Minuten reiner Gehzeit. Das ist ein Planungswert, kein Versprechen: Fotostopps, nasser Untergrund und der Aussichtspunkt verlängern die Tour. Der Pfad ist stellenweise schmal, steinig und wurzelig. Nach Regen oder bei Laub braucht es griffige Schuhe.
Kalkfelsen über dem Höhlenort
Der Hohe Kleef besteht aus Kalkstein eines devonischen Riffkomplexes. Dieselben geologischen Prozesse bilden den Rahmen für die Höhlenlandschaft von Rübeland. Während Hermannshöhle und Baumannshöhle nur geführt betreten werden, lässt sich die oberirdische Landschaft am Aussichtspunkt jederzeit nachvollziehen: steile Talflanken, Felsen und der tief eingeschnittene Lauf der Bode prägen den Ort.
Die Höhe ist moderat, aber der Pavillon liegt exponiert. Bei Gewitter bleibt man nicht auf der Kuppe; bei Schnee oder Eis kann der schmale Hangpfad ungeeignet sein. Im Sommer bietet der Wald Schatten, am Pavillon selbst kann die Sonne stark sein.
Runde mit HWN 89
Wer mehr als den kurzen Zustieg gehen möchte, nutzt den offiziellen Rundweg um Rübeland. Die Tour verbindet HWN 88 mit dem Schornsteinberg (HWN 89) und umfasst laut Harzinfo gut fünf Kilometer. Dabei wird der Ort gequert und es kommen weitere Auf- und Abstiege hinzu. Eine aktuelle Karte hilft, die richtigen Straßenseiten und Brücken zu wählen.
Einkehrmöglichkeiten liegen im Ort, sind aber saisonal und teilweise an Höhlenführungen gebunden. Ein kleiner Wasservorrat bleibt sinnvoll. Mit Kindern ist der Hohe Kleef ein spannendes Ziel, auf dem schmalen Pfad und an Aussichtskanten ist jedoch enge Begleitung nötig.
Rübeland ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Wer Bus oder Rübelandbahn nutzt, rechnet den Weg vom jeweiligen Halt zum Höhleneingang in die Tour ein und prüft besonders für die Rückfahrt den aktuellen Fahrplan. So lässt sich die Aussichtswanderung gut mit einem Ortsbesuch verbinden, ohne am Höhlenparkplatz starten zu müssen.
Stempel in der Nähe
Anfahrt zur Stempelstelle
Die Zielkoordinaten führen zum Stempelkasten, nicht automatisch zu einem legalen Parkplatz. Über diesen 📍 Google-Maps-Link lässt sich HWN 88 öffnen.