HWN 217 Sonnenkappe: Rundweg am Oderteich
📷 Sonnenkappe Oderteich von Thomas Binder unter Lizenz CC BY-SA 4.0
Die Stempelstelle 217 liegt am Bach Sonnenkappe am nördlichen Oderteich, rund sieben Kilometer nordöstlich von Sankt Andreasberg. Sie wird am sinnvollsten auf dem 4,5 Kilometer langen offiziellen Rundwanderweg des Nationalparks besucht. Moor, alter Fichtenwald, Bohlenstege und historischer Wasserbau liegen dabei dicht beieinander.
Historische Bedeutung des Oderteichs
Der Oderteich wurde von 1715 bis 1722 durch Bergleute aus Sankt Andreasberg angelegt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts galt er als größte Talsperre Deutschlands. Sein Wasser speiste über den Rehberger Graben die Wasserräder des Bergbaus. Heute gehört die Anlage zum UNESCO-Welterbe Oberharzer Wasserwirtschaft und dient weiterhin der Wasserregulierung und Stromerzeugung.
Die Sonnenkappe ist ein natürlicher Zufluss, der am Nordufer mäandriert. Das umgebende Moor speichert Wasser und gibt es langsam ab. Abgestorbene Fichten, junge Ebereschen und Birken zeigen den Wandel vom Wirtschaftswald zu einer vielfältigeren Wildnis. Totholz bleibt als Lebensraum liegen.
Wanderwege zur Sonnenkappe Oderteich
- Parkplatz Oderteich an der B 242: Dies ist der klare Start für die offizielle Runde. Der Nationalpark veranschlagt etwa 1,5 bis zwei Stunden ohne längere Pausen.
- Rundweg: Die Strecke besitzt kaum Steigung, verläuft am Ostufer aber über Wurzelpfade und schmale Bohlenstege. Sie ist daher nicht für Rollstuhl oder Kinderwagen geeignet.
- Längere Zugänge: Von Torfhaus oder Sonnenberg entstehen deutlich größere Nationalparktouren. Aktuelle Sperrungen werden auf der Nationalparkseite geprüft.
Nationalparkregeln und Badehinweise
Markierte Wege werden nicht verlassen. Gerade am moorigen Nordufer führen Trampelpfade zu Trittschäden und können gefährlich einsinken. Hunde bleiben an der Leine, Pflanzen und Totholz unberührt. Grillen und offenes Feuer sind im Nationalpark ganzjährig verboten.
Der Nationalpark erlaubt Baden nur in ausgewiesenen Bereichen am Ost- und Westufer. Sonnenkappe, Staudamm und übrige Ufer sind keine freien Badestellen. Boote und Stand-up-Paddling sind nicht gestattet. Eisflächen werden niemals betreten, weil schwankender Wasserstand gefährliche Hohlräume erzeugt.
Am Stempel gibt es keine Bewirtschaftung. Getränke und Snack werden mitgebracht; Abfälle gehen zurück zum Parkplatz. Nach Regen sind Bohlen und Wurzeln rutschig, im Winter vereist. Bei Sturm oder Waldbrandgefahr gelten amtliche Hinweise.
Für eine Mehrstempeltour können Wolfswarte (HWN 135) oder Dreieckiger Pfahl (HWN 168) eingebunden werden, doch beide verlängern Distanz und Höhenmeter erheblich. Die Oderteichrunde allein ist bereits ein vollständiges Naturerlebnis.
Der Rundweg wird am besten gegen den Uhrzeigersinn oder entsprechend der aktuellen Nationalparkempfehlung begangen; entscheidend ist, auf dem markierten Pfad zu bleiben. Am Ostufer folgen steinige und wurzelreiche Abschnitte, im Norden die feuchtere Sonnenkappe. So verändert sich der Wegcharakter mehrfach auf kurzer Distanz.
Ein niedriger Wasserstand legt helle Grusflächen frei. Sie sind wichtige Rastbereiche für Wasservögel und werden außerhalb der ausgewiesenen Badezonen nicht betreten. Wer Tiere beobachten möchte, nimmt ein Fernglas und bleibt ruhig am Weg. Auch vermeintlich leere Ufer sind ökologisch wertvoll.
Anfahrt
Unter diesem 📍 Link ist die Stempelstelle der Harzer Wandernadel in Google Maps zu finden.